Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts zur Weiterentwicklung des Verfahrens zur Pflegebegutachtung

Zeitraum: 04.2026 - 03.2028
Gefördert durch: Medizinischer Dienst Bund

Leitung AGP: Prof. Dr. habil. Thomas Klie
Verantwortliche Ansprechperson: Eva Becker
Kooperationspartner:

  • Medizinischer Dienst Bund (Projektleitung: Dr. Andrea Kimmel; Projektkoordination: Arlett Wenzel und Nadine Schempp)
  • Prof. Dr. Andres Büscher und Christina Major (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Adina Dreier-Wolfgramm (Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg)
  • Prof. Dr. Jana Petersen (HAW Hamburg)

Projektziele

Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung des Begutachtungsverfahrens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit nach §§ 18a, 18b SGB XI, zum einen in professionellen und zum anderen in informellen Pflegesettings. Das Verfahren soll erstens stärker auf professionelle Expertise in den Einrichtungen und Diensten zurückgreifen und zweitens stärker an der Versorgungsrealität und den Bedarfen der antragstellenden Personen in ihren jeweiligen Versorgungssettings ausgerichtet werden.

Beschreibung     

Der Medizinische Dienst Bund hat gemäß § 18e SGB XI ein Modellprojekt zur Weiterentwicklung des Verfahrens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit initiiert. Die wissenschaftliche Konzeption, Umsetzung und Begleitung des Projekts erfolgt durch AGP Sozialforschung, die HAW Hamburg und die Hochschule Osnabrück in Kooperation mit dem MD Bund.

Im Projekt soll zum einen untersucht werden, wie die Zusammenarbeit zwischen Gutachter*innen des Medizinischen Dienstes und den in der Versorgung tätigen Pflegefachpersonen in den professionellen Versorgungssettings "ambulante Pflege", "teil- bzw. vollstationäre Pflege" und dem Antragssetting "Krankenhaus" ausgestaltet werden kann. Dabei sollen auch Möglichkeiten der Aufgabenübertragung geprüft werden.

AGP Sozialforschung übernimmt in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück die modellhafte Erforschung des Settings der "informellen Pflege". In diesem Bereich liegt der Fokus auf der Stärkung des beratenden und unterstützenden Charakters der Begutachtung. Im Projekt soll ein setting orientiertes Begutachtungsverfahren entwickelt werden, das hinsichtlich seiner Eignung und Praktikabilität pilotiert und schließlich evaluiert wird.
Methodisch basiert das Projekt auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative Analysen auf Grundlage eigens erhobener Daten (u.a. Online Befragung und Vergleich von Pflegebegutachtungen durch MD Gutachtende und externe Pflegefachpersonen) mit der Auswertung anonymisierter Begutachtungsdaten der Medizinischen Dienste sowie qualitativen Verfahren wie Fokusgruppen, Expert*inneninterviews, Fallstudien und der systematischen Aufbereitung bestehender Erfahrungen kombiniert. Dieser Ansatz ermöglicht sowohl eine systematische Analyse der an das Setting gebundenen Anforderungen als auch vertiefte Einsichten in praktische Herausforderungen.